Sandy Green

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Odenwald

 

Artikel im Südhessen Morgen vom 30.09.2011

Frauencafé: Autorin Sandy Green liest aus ihrem Roman “Zaunkönigin” / Geschichte beschreibt Zwangsprostitution im NS-Arbeitslager

“Trümmer in der Seele” bleiben

von unserem Mitarbeiter Bernd Karl

Viernheim. Ein besonders dunkles Kapitel aus der deutschen Geschichte stand im Mittelpunkt des Internationalen Frauencafés. Die aus Mannheim stammende Schriftstellerin Sandy Green las im Treff im Bahnhof aus ihrem Roman “Zaunkönigin”, der sich mit der Zwangsprostitution in den NS-Arbeitslagern des Dritten Reiches befasst. Mit mehreren Ausschnitten aus dem 2010 erschienen Roman bracht sie den Zuhörerinnen die beklemmende Lage der sexuell ausgebeuteten Frauen näher.
Die Hauptfigur der Handlung ist Elfriede, die nach einer Denunziation in ein Arbeitslager eingeliefert wird. Dort wird sie dem Lagerbordell zugeteilt, wo sie bevorzugten Gefangenen zur Verfügung stehen muss und ständig ums Überleben kämpft. Als sie nach der Befreiung durch die Amerikaner zu ihrem Ehemann Benno zurückkehrt, findet sie nicht mehr in ein normales Leben. Das Geschehene lässt sie nicht los, doch sie will ihren Mann nicht damit belasten.
Die von Sandy Green beim Erzählcafé vorgetragenen Ausschnitte schildern die ganze Grausamkeit und Verachtung, die “graue Gnadenlosigkeit” der “Herrenmenschen” gegenüber den “Untermenschen”. Dabei hatten es die Frauen in einem normalen Lagerbordell vergleichsweise gut, wie eine der Insassinnen erzählt: Sie kamen in der Regel mit dem Leben davon, während die Leidensgenossinnen in den SS-Bordellen meist bis zum Tod gequält wurden.
Trotzdem “klammert sich die nackte Angst um ihre Kehle”, wenn Elfi im Lager auf den Abend wartet und schließlich die “schnarrenden Befehlsstimmen” der Wärter das Martyrium der Nacht ankündigen. Um nicht den Verstand zu verlieren, schafft sie sich während der Vergewaltigungen eine künstliche Distanz zwischen ihrem Körper und dem Bewusstsein.
Doch auch nach der Befreiung, der “Rückkehr in die Welt der Lebenden”, fühlt sich Elfriedes Körper für sie selbst fremd an, sie empfindet “keine Freude, keine Erleichterung, keine Liebe”. Stattdessen bleiben die Angst und der Ekel, die frühere Leidenschaft für ihren Ehemann kehrt nicht mehr zurück.
Diese “Trümmer in ihrer Seele” führen schließlich zum Zusammenbruch. Elfi kommt zu der bitteren Erkenntnis, dass vieles “Unbeschädigte nur Fassade”, die deutsche Nachkriegszeit auf etlichen Lügen und dem Verschweigen der Wahrheit aufgebaut ist.
Im Gespräch mit den Zuhörerinnen erläuterte Sandy Green die Entstehungsgeschichte des Romans. Sie war auf das Thema gestoßen, als sie in einem Zeitungsbericht von Bordellbaracken des Lagers Mauthausen in Österreich gelesen hatte. Die Nazis sprengten vor dem Verlassen der Lager normalerweise die Gaskammern und Bordelle, doch dort hatten sie offensichtlich nicht mehr genügend Zeit.
Bei ihrer weiteren Recherche stieß Green auf Interviews, die Psychologinnen in den neunziger Jahren mit betroffenen Frauen geführt hatten. Diese anonymen Aufzeichnungen bildeten die Grundlage für die Geschichte ihrer fiktiven Romanheldin Elfriede.
Die 1969 in Mannheim geborene Sandy Green lebt und arbeitet inzwischen als Autorin und Journalistin in Solingen. Etliche ihrer Texte wurden mit Literaturpreisen ausgezeichnet. Mit dem Verkauf ihrer Bücher fördert sie das Projekt “Magdalena” des Caritasverbandes Wuppertal/Solingen. Es unterstützt Migrantinnen, die Opfer von Prostitution, Menschenhandel und Zwangsheirat wurden.
Bisher erschienen von Green die Gedichte “Zwischen ungeschriebenen Zeilen” und ein Band mit Erzählungen unter dem Titel “GreenZeug”. Nach dem Roman “Zaunkönigin” ist nun die Erzählung “So viele wie möglich” im Solinger custos verlag erschienen, die von der Rettung jüdischer Kinder aus dem Krakauer Ghetto durch eine Rote-Kreuz-Schwester handelt.

Artikel der Odenwälder Zeitung vom 29.06.06

Lyrische Kompositionen voll wortschöpferischer Anmut

Wald-Michelbach. (ur) Ihre Gedichte berühren, ihre Fabeln überraschen, von ihren Geschichten und Märchen möchte man mehr hören: Die mehrfach preisgekrönte Autorin Sandy Green las am Sonntagnachmittag im Überwälder Einhaus vor einem andächtigen Publikum aus ihren Werken.

Mit mehreren Gesangsbeiträgen rundete der Bariton Olaf Bitzer diesen literarisch-musikalischen Nachmittag ab, der auf Wunsch der Autorin zugunsten der Tierschutzinitiative Odenwald (TSI) stattfand. Dabei ging der Erlös aus Buchverkauf und Spenden an die TSI.

Sandy Green selbst hatte der TSI den Vorschlag für diese Lesung gemacht, "um die Arbeit für den Tierschutz auf diese Weise zu unterstützen".

Mit dem Lied "Alma del core" stimmte Olaf Bitzer die Besucher auf die zarten Schwingungen von Musik und Dichtkunst ein und Sandy Green nahm sie mit in das Reich der Phantasie, wo Tiere sprechen, Baumgeister Gutes tun, der Himmel zum Ozean wird und ein Teich ein kleines Universum der Schöpfung ist.

Viele ihre Wortschöpfungen waren dem Anlass entsprechend den Tieren gewidmet. Der schlaue Fuchs durfte in der Fabel nicht fehlen, auch nicht der Esel, den die uralte Eiche nicht beeindruckt und das Lämmlein, das nicht aus seinen Fehlern lernen wollte oder die Ente, die zu ihren eigenen Ungunsten die Fähigkeiten des Adlers unterschätzte. Einige Gedichte waren direkte Liebeserklärungen der Autorin an ein Tier. "Die sanfte Berührung Deines starken Körpers schenkt meiner Seele Frieden", heißt es in ihrem Gedicht "Pagena", das einem Pferd gewidmet ist. Wer jemals mit Pferden umging, wusste, wovon sie spricht. Katzenkenner sprach das Gedicht "Samtpfote" besonders an, bei dem die Autorin die geschmeidige Schönheit dieser Partner des Menschen vor dem inneren Augen entstehen ließ. Sandy Green ist eine Meisterin der Bilder zaubernden Worte. Auch versteht sie es, den Spannungsbogen einer Geschichte bis zur Auflösung der Erzählung für den Zuhörer aufrecht zu erhalten. Ihre Worte und Sätze sind frei von überbordender Ausmalung und überflüssiger Wiederholung. Daher überträgt sich ihre innere Teilnahme an den von ihr beschriebenen Gefühle so unmittelbar auf den Zuhörer, dass einem der Atem stockt, wenn sie die alte Frau in einer von einem Luftangriff zerstörten Stadt im Zweiten Weltkrieg beschreibt in ihrer Geschichte "Ein kleines Stück Himmel".

Mit den Gedichten "Himmelsozean", "Sommerreise" und "Am Teich" entwarf sie zarte, lyrische Kompositionen voll wortschöpferischer Anmut. Mit der Arie des Zsupan aus "Der Zigeunerbaron" und einer Arie aus "Xerxes" von Händel fügte Olaf Bitzer der Lesung sowohl heitere wie ernsthafte Stimmungen bei. Seit 2004 umrahmt Olaf Bitzer mit seiner wohlklingenden Stimme die Lesungen mit ausgewählten Liedern und Arien.

Sandy Green, Jahrgang 1969, wurde in Mannheim geboren und wuchs im Odenwald auf. Sie lebt heute in Fürth. Verschiedene Lyrikbände, Erzählungen und Anthologien sind bereits von ihr erschienen. Ihre Gedichte und Erzählungen wurden bereits mit mehreren Preisen bedacht. Derzeit arbeitet sie an einer Sammlung von Märchen, Fabeln und magischen Gedichten. Olaf Bitzer ist seit 2005 Mitglied des Chors der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz.

TSI-Vorsitzende Gudrun Enders bedankte sich für diese außergewöhnliche Unterstützung des Tierschutzes und schenkte Sandy Green einen Kragenbär aus Plüsch, dessen lebendiges Abbild "es genauso schlecht geht wie Bruno".

 

Artikel der Odenwälder Zeitung vom 02.07.2005

„...wenn die Sonne sich wendet“
Sommerliche Lesung der Autorin Sandy Green in Rimbach


Zu einer sommerlichen Lesung lud die Autorin Sandy Green am Sonntag, dem 26.06.05 in die Alte Schule nach Rimbach ein. Trotz der hohen Temperaturen an diesem Tag, füllte sich der Saal schnell und die Autorin begrüßte das interessierte Publikum zu ihrer Lesung, die sie wegen der kurz zuvor stattgefundenen Sonnenwende unter das Motto „...wenn die Sonne sich wendet“ gestellt hatte. Eingeleitet wurde die Veranstaltung durch das Schubert-Lied „Wohin?“, gesungen von dem Bariton Olaf Bitzer aus Ludwigshafen. Mit der Geschichte vom tauben Jüngling entführte Sandy Green ihre Zuhörer in die magische Welt der Nixen. Auch mit den nachfolgenden Gedichten verstand es die Autorin, den Sagen von Feen, Elfen und dem Pegasus Leben einzuhauchen und das Publikum zu verzaubern. Die humorvolle Fabel vom Raben und dem Käse sorgte für Erheiterung, während das Gedicht „Lebenszeit“ die Gebundenheit des Menschen an die Zeit, aber auch die Hoffnung auf die Unsterblichkeit der Seele auszudrücken verstand. Mit dem Schubert-Lied „Halt!“ nahm Olaf Bitzer die Zuhörer mit auf die sehnsuchtsvolle Suche nach der Heimat, eine wunderbar passende Überleitung zur Erzählung „Meine Schattenwelt“, in welcher vom Sieg über die eigenen Ängste am Beispiel einer Wanderung durch einen finsteren Wald die Rede ist und von der Heimat, die jeder Mensch durch das Erkennen der eigenen Stärke finden kann.
Der zweite Teil der Lesung wurde durch eine Arie aus Mozarts Oper „Cosí fan tutte“ eingeleitet, einer heiteren Verkleidungskomödie. Der glänzend aufgelegte Olaf Bitzer verstand es, die Arie stimmlich wie auch darstellerisch treffend auszudrücken und die Zuhörer zu begeistern. Mit dem nachfolgenden Text „Italien - so oder so“ nahm Sandy Green nicht nur die typischen All-inclusive-Urlauber, sondern auch sich selbst mit feiner Ironie auf den Arm. Die stimmungsvollen sommerlichen Gedichte und der lyrische Kurztext „Am Teich“ fingen die Leichtigkeit des Sommers gekonnt ein. Auch mit ihren ausdrucksstarken Liebesgedichten zog die Autorin das Publikum in ihren Bann. Das romantische Lied „Caro mio ben“, anrührend vorgetragen von dem Ludwigshafener Bariton, leitete zum letzten Text dieser Lesung über, der von der Liebe zweier Elemente, Wasser und Luft, erzählt, die so stark war, dass sie alle Grenzen zu sprengen vermochte. Ein anregender Abend ging zu Ende und das Publikum würdigte die beiden Künstler mit begeistertem Applaus. Im Anschluss signierte Sandy Green noch gerne ihre Bücher.
 

Artikel des Bergsträßer Anzeiger vom 17.11.06

Lyrik, Prosa, Märchen und Musik

LESUNG: Sandy Green und Friedwerd Messow waren bei der Lokalen Agenda Lindenfels zu Gast

Lindenfels. Zur Kultur des Menschen gehören Geschichten und Musik, gerade an langen Winterabenden werden sie gern gepflegt. Diese Kunst, die der Leiter der lokalen Agenda in Lindenfels, Professor Bernhard Suin de Boutemard, auch gern als "Alltagskultur" bezeichnet, ist seiner Meinung nach wichtig für die Menschen.

Sie sind ein Stück Lebensqualität und sind Perspektive für die Menschen in ihrem alltäglichen Umgang miteinander. In der Lokalen Agenda unterstreicht Professor Bernhard Suin de Boutemard die Wichtigkeit des menschlichen Miteinanders, "und dazu tragen die Alltags- und Gefühlskultur bei."

In seiner Funktion als Leiter der örtlichen Agenda hatte er nun eine Autorenlesung mit Sandy Green im Trauzimmer des Hauses Baureneck organisiert.

Minnegesänge in Reimform

Bürgermeister Oliver Hoeppner sagte in seiner Begrüßung, "diese Veranstaltung wertet das gute Veranstaltungsprogramm in Lindenfels noch mal auf".

Sandy Green verfasst selbst Gedichte und Kurzgeschichten, und sie kennt Menschen, mit denen sich solche Autorenabende bestens gestalten lassen. Einer davon ist Friedwerd Messow, der selbst gern dichtet, aber auch durch Übersetzungen zahlreicher Minnegesänge in Reimform bekannt geworden ist. Mit von der Partie war der Bariton-Sänger Olaf Bitzer, der mit Arien und Liedern den Abend gekonnt musikalisch umrahmte. Auf die Gäste wartete also ein buntes Programm an Lyrik, Prosa, Märchen und Musik.

Den Auftakt übernahm Olaf Bitzer mit einer Arie des Guglielmo aus der Oper "Cosi fan tutte" von Wolfgang Amadeus Mozart. Im Laufe des Abends ließ er noch mehrmals seine ausdrucksstarke warme Stimme erklingen.

Sandy Green stellte eigene Werke vor, darunter ihre Hörspiel-CD vom "König und der Ruhe". Allerdings wurde die Vorstellung nicht zu Ende gebracht, denn man wollte an diesem Abend ja noch mehr hören. Etwa die Fabel vom "abgehobenen Adler". Oder die prämierte Erzählung "Ein kleines Stück Himmel". Sie erzählt von der schweren Zeit des Zweiten Weltkrieges und die Geschichte einer alten kraftlosen Frau, die unerwartet Hilfe von einem jungen Mann erhält. Als Dank überreicht sie ihm einen Apfel - eine wertvolle Frucht in einer Zeit, in der es nichts gab. Der junge Mann weiß es zu schätzen. Mit Kurzgedichten gestaltete Sandy Green den zweiten Teil des Abends.

Mit eigenen Gedichten stellte sich bei der Autorenlesung Friedwerd Messow vor. Manchmal verträumt, manchmal sehr reell erinnerte er an vergangene Zeiten, an Schulstunden und die alte Liebe der Heimat mit ihren Bäumen und Landschaften. "Roslie", auch ein Liebesgedicht, entpuppte sich nicht etwa als ein Frau, sondern als ein schönes altes Auto.

Der König vom Odenwald

Gern beschäftigt sich Friedwerd Messow mit der Geschichte des Landes und besonders gern mit Menschen, die künstlerisch tätig waren. Wie etwa der König vom Odenwald, der um 1350 gelebt hatte. Vom ihm stammen viele Alltagsgedichte. Eins davon nennt 20 Gründe, in den Badezuber zu steigen.

Die Texte des Minnesängers Walther von der Vogelweide verkörpern Heimatgeschichte und Leben pur. Da wird in der mittägliche Sommerhitze vom Blumen, Vögeln und Landschaften geträumt, es kommen Erinnerungen an eine schöne Frau auf und auch der politische Zeitgeist kommt zu Wort, etwa in "Wie Ehre verelendet in Deutschen Landen".

Mit dem "Wiegenlied" des Lothario schloss Olaf Bitzer musikalisch den kulturellen Reigen und eine Veranstaltung, die mehr Gäste verdient gehabt hätte. jhs

 

Artikel des Bergsträßer Anzeiger vom 12.11.05

Konsequenzen in unterschiedlicher Sicht

LESUNG: Die Autorin Sandy Green stellte in Lindenfels ihre neue Anthologie vor

Lindenfels. Wenn die Tage kürzer werden und die Abende länger, dann ist die beste Zeit für ein gutes Buch gekommen. Wer weder Zeit noch Lust auf einen langen Roman hat, der kann sich eine Anthologie - ein Buch von mehreren Autoren mit Texten zu einem bestimmten Thema - zur Hand nehmen.

Ein Beispiel ist die Anthologie mit dem Titel “Nicht ohne Konsequenzen” zusammengestellt von Sandy Green. Dazu wurde nun eine Autorenlesung im gemütlichen Trauzimmer des Lindenfelser Hauses Baureneck angeboten. Eingeladen hatte die Lindenfelser Lokale Agenda. Deren Leiter Professor Bernhard Suin de Boutemard begrüßte die Autoren und eine große Schar Gäste, unter ihnen Bürgermeister Oliver Hoeppner.

Das Lindenfelser Stadtoberhaupt ist dieser Einladung gern gefolgt, wie Hoeppner betonte. Diese Autorenlesung sei ein Höhepunkt im Lindenfelser Veranstaltungskalender und auch wegen seiner “Andersartigkeit” schon etwas Besonderes.

Konsequenzen gibt es viele im Leben, davon berichteten die Autoren anschließend in ihren Texten. Von der ausgehenden Handlung bis zur Konsequenz kann es spannend werden, weil die Frage aufkommt: “Welche Konsequenz wird denn nun gezogen oder ist der Mensch überhaupt fähig eine Konsequenz zu ziehen?”
Sandy Green gab das Thema über das Internet vor und lud Autoren ein, dazu eine Kurzgeschichte zu schreiben. Entstanden ist daraus nun ein kurzweiliges Buch.

Den Auftakt bei der Lesung übernahm die Lindenfelserin Susanne Bonn. Die selbstständige Übersetzerin und Lektorin bewegte sich mit ihrer Geschichte zwischen der wirklichen und gedanklichen Welt. Der Titel lautet “Die Schatzkammer” und beschreibt einen sakralen Raum, aus dem Schmuckgegenstände entwendet werden. Die Diebin schwankt zwischen Euphorie und Freude über die strahlenden Edelsteine und bekommt dann ein schlechtes Gewissen.

“Körperlich” lautet die Überschrift des Textes von Robert Herbig, der einen mann beschreibt, der “zwischen allen Stühlen” sitzt. Einem Pfarrer berichtet der Ehemann seinen schon länger währenden Seitensprung mit seiner Sekretärin, die nun von ihm schwanger ist. Auf der einen Seite möchte er seine Ehefrau nicht verlieren, auf der anderen Seite fühlt er sich zur jungen Sekretärin hingezogen.

Aus dem Käfig fliehen

In der Geschichte von Edith Hüttel “Die Liebe und das Chaos” wird erzählt, wie sich eine geordnete Natur in das Chaos verliebt. Das kann natürlich nicht gut gehen und endet im Streit. Nach reiflicher Überlegung kommen beide auf den Gedanken, dass “der Sinn der Liebe nicht darin besteht, etwas zu verändern, sondern es zu akzeptieren, wie es ist”.

Mitten aus dem Leben gegriffen ist die Erzählung von Juergen Edelmayer: “Dämonen”. Offensichtlich von allen guten Geistern sind Menschen verlassen, die süchtig sind. Seine letzte Chance hat ein Alkoholiker verpasst und seine Frau verloren. Die hat ihn verlassen, damit er von der Sucht ablässt. Das hat er dann auch bis kurz vor ihrem Besuch prima geschafft. Doch wenige Tage vor ihrer Ankunft “tobten die Dämonen wieder in ihm”. Nach durchtrunkener Nacht kam die Frau zum angekündigten Besuch, roch den Alkohol in der Luft und verschwand sofort für immer. “Sofort rühre ich keinen Tropfen mehr an - oder doch erst ab morgen.”

Zu dieser Geschichte hatte Sandy Green noch eine weitere anzubieten. In ihrer Lesung “Die Reise” erzählt sie von einer Frau, die mit einem gut situierten Mann zusammen lebt. Dieser hält seine “Turteltaube” für sein persönliches Eigentum und glaubt, sie ständig beschützen und bewachen zu müssen. Aus einem solchen Käfig kann man nur fliehen und das auch nur mit der Hilfe von anderen Vertrauten.
Schon die morgendliche Ankündigung der Frau, auf eine Geschäftsreise gehen zu müssen, bringt den Mann in Rage. Er glaubt ihr nicht, sie wird geschlagen, ihre Wäsche im Koffer durchwühlt, und erst die Vereinbarung, ihr zur Bahn zu folgen, besänftigt den Eifersüchtigen.                       jhs

 

Artikel des Starkenburger Echo vom 02.03.05

27.02.05 a02

 

 Artikel des “Bergsträßer Anzeiger” vom 19.05.2004

Lyrik als Seismograph für Gefühlskultur in Deutschland
Nationalbibliothek des deutschsprachigen Gedichts: Zwölf Poeten gaben im „Haus Baureneck“ Kostproben ihres Schaffens

 

Lindenfels. Die Dichter hatten das Wort. Sprachlich präzise und metaphorisch dicht entwarfen 12 Poeten Bilder von den keinen, unscheinbaren dingen des Alltags und den großen, weltbewegenden Fragen des Lebens. „Die lyrischen Beiträge zeichnen ein Spiegelbild menschlicher Sehnsucht und Befürchtungen, aber auch die Hoffnung, dass der Tod nicht das letzte Wort behält“, so das Resümee, das Dr. Bernhard Suin de Boutemard, Initiator der Dichterlesung, am Samstag im Baureneck zog. Bürgermeister Oliver Hoeppner begrüßte die literaturinteressierten Gäste in dem Raum, „in dem man sich traut“.
Dr. Klaus Pemsel von der Nationalbibliothek des deutschsprachigen Gedichtes, die jedes Jahr einen mehrere hundert Seiten starken Gedichtband veröffentlicht, moderierte die Veranstaltung. 12 Versschmiede, allesamt keine „Profis“, gaben Kostproben ihres Schaffens.
Mit dabei war Marianne Höly aus Lindenfels. Ihr Gedicht „Unter Wasser“ gestaltet den über die Ufer getretenen Bruchsee als Metapher für ein aus den Fugen geratenes Seelenleben. Not und Verzweiflung sind hier der Ausgangspunkt für Erneuerung und Hoffnung. Wie in der Natur so steckt auch in einer zerrissenen Psyche der Keim für einen Neuanfang.
Bei Margit Hammelmann aus Hollfeld wird der Kreislauf der Natur – vom unwirtlichen Winter bis zum blühenden Sommer – zum Sinnbild für psychische „Ups and Downs“. Bärbel Kildani aus Amman entführt mit „Arabien“ in eine Kultur, in der Sand, Sonne, endloser Himmel und gleißendes Licht den Hintergrund für eine Fata Morgana bilden, die wie eine Vision vom besseren Leben erscheint.
Die Pädagogin, Malerin und Autorin Maria Geißler aus Gießen fasst ihre Eindrücke von fremden Kulturen – sei es Afrika oder Nordrussland – in poetische Porträts. In einem Weihnachtsgedicht 2003 schuf sie ein Bild, das die Zerstörung der Welt durch gegenseitigen Hass und die daraus erwachsende Trauer und Ohnmacht zum Ausdruck bringt.
„Was ist der Mensch?“ fragt Johanna Arlt aus Karbsen in einem ihrer Werke. Es ist jemand, der im Fluss der Zeit dahintreibt und dabei seine innere Mitte und die in ihm verankerte göttliche Quelle verloren hat. Hans Josef Eyrisch aus Worms, der die Veranstaltung mit seiner Gitarre musikalisch umrahmte, schildert in einem seiner Gedichte den Besuch in einem Pariser Museum als Begegnung mit dem Vergangenen. Kunst als Symptom der Vergänglichkeit, der Künstler als Zitat aus einer anderen Welt.

Carolina Sinn aus Hirth packt die Gefühlsarmut unserer Gesellschaft in prägnante Metaphern. Ein Poem widmet sie dem Buch der Lieder von Heinrich Heine, den sie in Jugendjahren hoch verehrte, dem sie heute jedoch mit Skepsis begegnet. In Bildern mit Motiven aus der Natur fängt Sandy Green trübe Stimmungen ein. Olga Kalal-Dragojevic aus Frankfurt beschreibt in „Wenn der Pfau erwacht“ ihr zwiespältiges Verhältnis zu einem Vogel, an dessen Schönheit sie mit Schaudern denkt.
Uwe Mertens widmet sich der „Würde des Menschen“, die laut Grundgesetz unantastbar ist, und kontrastiert sie mit der Welt, die dem Bürger aus dem TV entgegenschlägt. Den Fernsehbildern zufolge ist nicht die Menschenwürde, sondern die Verletzung der Menschenwürde unantastbar. In eine ähnliche Richtung weisen die Verse Ottmar Meschenmosers. Sie sind ein Plädoyer für eine humane Welt. „Ich dichte, um mir die Welt zurechtzutexten“, sagt Sonja Fromaier, die auf witzig-ironische Weise gesellschaftliche Paradoxien nach außen kehrt.
Nach Ansicht von Dr. Suin de Boutemard machte die Lesung deutlich, was die Menschen in unserer heutigen globalisierten Gesellschaft bewegt und ängstigt. Es würden jedoch nicht nur die Schattenseiten dargestellt, sondern immer auch Rettungsanker ausgeworfen.
Nach 2003 war dies die zweite Veranstaltung, die literarisch interessierten und versierten Bürgern eine Plattform bot. Dr. Suin de Boutemard, der im Rahmen der Agenda 21 die „Lindenfelser Bürgerquelle“ aus der Taufe hob, stellte den Kontakt zur Nationalbibliothek des deutschsprachigen Gedichts her, die zurzeit anlässlich eines Lyrikworkshops im Seidenbucher „Seminarhotel“ tagt. Aus ganz Deutschland kamen die Autoren in die Schreibwerkstatt der Nationalbibliothek des deutschsprachigen Gedichts, viele brachten ihre Gedichte im Handgepäck mit.
Die Nationalbibliothek des deutschsprachigen Gedichts hat es sich zur Aufgabe gemacht, Dichtung in einem breiten Maße zu fördern, wobei sie nicht auf die „literarische Spitze“ abzielt, sondern sozusagen auf die Potentiale an der Basis setzt. Für Dr. Suin de Boutemard ist die in Form der Lyrik verpackte Botschaft nicht zuletzt ein Seismograph für die Befindlichkeiten und die Gefühlskultur in Deutschland.

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Artikel der Odenwälder Zeitung vom 10.04.06

feuerflügeloz

Die Liebe als Refugium in einer Welt des Kriegs, Terrors und mangelnden zwischenmenschlichen Respekts: Am Freitagabend brachten Sandy Green (unser Bild) und Mitautorin Barbara Poll im Alten Rathaus Birkenau Gedichte rund um "das höchste der Gefühle" zu Gehör und machten damit die druckfrische Anthologie "Auf Feuerflügeln" schmackhaft.
Bild: Borgenheimer

 

 


Vom Glück der Liebe und Schmerz der Trennung

 


(jh) Liebe zu geben und zu empfangen, wie im "siebten Himmel" zu schweben und sich inbrünstig nach jemandem zu sehnen - all das sind keine Phänomene der Moderne. Nein, es sind Empfindungen, die so alt sind wie der Mensch selbst und die aus diesem Grunde schon immer Eingang in die Literatur fanden.

 

 

Schließlich: Seelenzuständen Worte zu verleihen, wirkt befreiend und hilft, Unbegreifbares fassen zu können. Diese Worte klingen heute natürlich längst nicht mehr wie in Antike oder Mittelalter - und längst ist auch die Körperlichkeit der Liebe kein Tabu mehr.

Die Dichterlesung von Sandy Green und Barbara Poll anlässlich der Vorstellung ihrer Anthologie "Auf Feuerflügeln" im Alten Rathaus Birkenau vermittelte es eindrücklich: Wenn in den Gedichten von "bebenden Körpern", "Berührungsgier", einem "Glutkuss" oder "Körperlust" die Rede ist, so charakterisiert dies auch den "modernen" Umgang mit der Liebe. Mit Bedacht ausgewählte Kostproben legten den Zuhörern am Freitagabend die schillernden Facetten des "höchsten aller Gefühle" ans Herz. Die Werke, die in ihrer Gesamtheit ein "feuriges Plädoyer für die Liebe" darstellen wollen, handeln von erfülltem Glück, von Beziehungsalltag, gemeinsamem Lachen, aber auch Streit und Distanz, von Sehnsucht und Geborgenheit.

Liebe als Ort der Zuflucht

"Wir leben in einer Zeit, die geprägt ist von der Angst vor Krieg und Terroranschlägen, von dem Mangel an Toleranz und Respekt und Begriffen wie `menschlichem Kapital". Dem setzt das Buch die unendliche Magie der Liebe entgegen", erläuterte Sandy Green die Idee, die hinter ihrer Veröffentlichung steckt. Im Wechsel brachten sie und Poll lyrische Kurzwerke von Jacob Kindler, Ottmar Meschenmoser, Soraya Gold, Connie Albers sowie sich selbst zu Gehör - alle sechs Autoren haben der neuen Anthologie, zum Teil mit Erstveröffentlichungen, ihren Stempel verliehen. In Form, Sprache, Inhalt und Art, die Liebe in Bildern und Emotionen darzustellen, sind sich die Gedichte, trotz unterschiedlicher Verfasser, jedoch recht ähnlich.

Als besonders prägnant erweist sich auch die Vielzahl an Naturbildern. Diese ziehen sich wie ein roter Faden durch die im Februar erschienene Veröffentlichung. Immer wieder ist der "Schauplatz" der Gedichte unter freiem Himmel situiert, leuchten Mond und Sterne, dient der Strahl der Sonne als metaphorisches Bild für eine tiefe Empfindung. Zweifelsohne: Bekannte Motive wie diese erleichtern das Verständnis - eindrücklicher ist es jedoch mit Sicherheit, die Gedichte vor sich liegen zu haben und in eigener Rezeptionsgeschwindigkeit seiner Phantasie und Vorstellungskraft freien Lauf zu lassen. Insbesondere, weil die Gedichte verhältnismäßig kurz sind und in der Lesung sehr dicht aufeinander folgten, konnte man sich an mancher Stelle des Eindrucks nicht erwehren, etwas Wichtiges verpasst zu haben.

"Jahreszeiten einer Liebe"

Vereinzelt hob sich auch ein Werk deutlich von der Masse ab, überzeugte durch seinen sprachlichen Anspruch sowie auch durch den zum Nach- und Weiterdenken anregenden Inhalt. Die "Jahreszeiten einer Liebe", die auch von Farbmetaphorik leben, sind ein solches Beispiel: Ist für das lyrische Ich im Frühling der Beziehungshimmel noch ungetrübt und strahlend "blau", so sind die Partner im Sommer bereits "rot vor Zorn", und im Herbst erweist sich ihre Verbindung schon nicht mehr als das "Gelbe vom Ei". "Ich fürchte mich vor dem Winter", lautet schließlich der letzte Vers des lyrischen Kurzwerkes. Einprägsam sind durchweg auch die Titel der Gedichte, die bereits in die jeweilige Stimmung einführen: Mit "Glücksstern", "Träumerei", "Verführung", "Zauberwelten" und "Samtpfoten" wären nur einige genannt.

Und allesamt lassen sie ein wenig von der Magie der Liebe erahnen, von der Green zum Auftakt der Lesung sprach. Harmonisch in dieses Konzept fügten sich die gesanglichen Vorträge des Baritons Olaf Bitzer rund um die Liebe. Mit den Arien "Ein Mädchen oder Weibchen" und dem "Wiegenlied" des Lothario sowie den Liedern "Alma del core" und "Caro mio ben" schuf der Sänger einen passenden atmosphärischen Rahmen.

 

Artikel aus der Odenwälder Zeitung vom 07.12.05

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Bedächtig, ruhig und stimmungsvoll muteten die winterlichen Erzählungen und Gedichte der Autorin Sandy Green im Alten Rathaus an - eine gelungene Kostprobe, die "Lust auf mehr" machte.
Bild: Jung

 

Ein "Meer aus Eiskristallen" in "samtweicher Nacht"

Birkenau. (jh) Ein Mädchen mit goldenem Haar, das in einem Königreich unter Eis und Kälte ein wenig Blumen und Freude unter die Menschen bringt, ein Mann, der um den Verlust seiner Geliebten trauert und eine winzige Schneeflocke mit "Lampenfieber" vor dem "Tanz" auf die Erde - die Geschichten der Autorin Sandy Green sind ideenreich, vielfältig und entführen stets in ihre eigene Welt.

Eine gelungene Kostprobe, die "Lust auf mehr" machte, präsentierte die Fürtherin im Rahmen ihrer "literarischen Winterreise", mit der sie am Sonntagabend im Alten Rathaus in Birkenau die Zuhörer in ihren Bann zog. Der äußere Rahmen für die Lesung war nahezu perfekt. Kleine Teelichter zierten die liebevoll adventlich geschmückten Tische, ein großer Kerzenständer auf dem Lesetisch der Autorin tauchte den Saal des Alten Rathauses in ein gemütliches Licht und stimmte weihnachtlich. Besinnlich, vielleicht ein wenig melancholisch, bedächtig und ruhig - diese Atmosphäre verbreiteten auch die winterlichen Gedichte, Erzählungen und Märchen Sandy Greens.

Die Zuhörer erwartete dabei jedoch mehr als "nur" eine Lesung: Es war eine bewegende und wohl überlegte Mischung aus Texten und gesanglichen Vorträgen des Baritons Olaf Bitzer, der mit seiner warmen ausdrucksstarken Stimme faszinierte. Seit 2004 arbeitet der Ludwigshafener Sänger mit Sandy Green zusammen und hatte bereits eine Vielzahl ihrer Lesungen mit ausgewählten Liedern und Arien bereichert. Besonders stimmungsvoll: das "Lied zur Weihnacht - Cantique de Noel". Abschalten von Stress und Hektik des Alltags, Eintauchen in eine "Insel der Ruhe" - das konnten wahrhaft alle, die Lesung und Musik mit Hingabe lauschten.

Sandy Green versteht es, in ihren Texten Gegebenheiten in bildhaften Worten zu schildern, die zu Herzen gehen, die einleuchten, ohne dass es weiterer Erklärungen bedarf. Dies stellte die mehrfach preisgekrönte Schriftstellerin in Birkenau eindrucksvoll unter Beweis. In ihren Gedichten erschaffte sie eine fabelhafte Winterwelt, beispielsweise in "Adventsnacht", "Mondnacht" oder auch "Träume". Vor dem inneren Auge der Zuhörer entfaltete sich das Bild einer "samtweichen Nacht" mit funkelnden Sternen, schneebehangenen Bäumen, vom Himmel herunter tanzender Schneeflocken und einem funkelnden Meer aus Eiskristallen.

Natürlich enthielt Green auch ihre von verschiedenen Foren ausgezeichneten lyrischen Werke "Feen-Tanz", "Die ängstliche Schneeflocke" und "Feuer" den Zuhörern nicht vor. Sogar ein Schmunzeln vermochte sie allen auf das Gesicht zu zaubern. So mit der fabelähnlich anmutenden Erzählung "Der Rabe und der Käse": Angezogen von dessen köstlichem Duft umgarnt ein Fuchs den Vogel, lobt sein schmuckes Federkleid sowie natürlich seine Stimme. Allzu gerne hört der Rabe dies, entlockt dem listigen Gierhals immer weitere Schmeicheleien und vertilgt schließlich triumphierend den Käse selbst: "Schließlich bin ich nicht ganz so dumm, wie ich eitel bin."

 

Artikel der Odenwälder Zeitung vom 20.11.2004

  „Herbstzeitloses in unseren Herzen“

Erste Lesung der Autorin Sandy Green im Alten Rathaus in Birkenau



Birkenau. Zu ihrer Lesung, die unter dem Motto „Herbstzeitloses“ stand, lud die in Birkenau aufgewachsene Autorin Sandy Green am vergangenen Sonntag ins Alte Rathaus ein. Sie begrüßte die Besucher, die sogar aus Kaiserslautern angereist waren, mit einem Herbstgedicht, das sie bereits mit 11 Jahren geschrieben hat und in welchem nicht nur von Nebel und bunten Blättern, sondern auch von kalten Füßen die Rede ist.

Am vergangenen Sonntag fand im Alten Rathaus in Birkenau die Lesung der in Birkenau aufgewachsenen Autorin Sandy Green statt, die unter dem Motto „Herbstzeitloses“ stand. Zunächst begrüßte die Autorin die Besucher, die teilweise sogar aus Kaiserslautern angereist waren, um die Debütlesung anlässlich der Neuerscheinung des Lyrikbandes „Im Milchglas-Spiegel“ zu erleben. Nach einleitenden Worten über die Anfänge ihrer Dichtkunst in frühester Jugend, wurde die Lesung eingeleitet durch einen Liedvortrag des Sängers Olaf Bitzer aus Ludwigshafen. Die Lesung wurde von der Autorin in mehreren Abschnitten gestaltet, in denen sie Gedichte, Erzählungen und Kurzgeschichten zu verschiedenen Themen vorstellte. Zu Beginn beleuchtete sie die vielen Facetten des Herbstes. In Gedichten wie „Ein Novembertag“ und „Müdes Jahr“ oder auch der lyrischen Kurzgeschichte „Sturmnacht“ stellte sie wortgewaltig die äußere Natur dar, während sie in „Herbstzeitloses“ und „Kälte“ anrührend den seelischen Herbst beschrieb. In den darauf folgenden Gedichten sprach Sandy Green die bewegenden Themen Abschied, Irrtum und den Fluss des Lebens an. Darauf folgte ein anspruchsvoller Text über die Bewältigung der eigenen Ängste und die daraus erstehende Kraft. Mit der Arie „Lied des Stadinger“ aus der Oper „Der Waffenschmied“ leitete Olaf Bitzer dann über zu dem provozierenden Text „Der Sieg“, der aus der Sicht eines amerikanischen Soldaten im Irakkrieg erzählt und dabei die tödlichen Konsequenzen nicht auslässt.
Nach einer kurzen Pause beschrieb Sandy Green mit wunderschönen Bildern und zarten Worten die Liebe. Die fröhliche Arie aus Mozarts Zauberflöte „Ein Mädchen oder Weibchen“, die Olaf Bitzer mit gekonnter Mimik darbot, ließ die Besucher schmunzeln, genauso wie die Kurzgeschichte „P.S.“, in der Sandy Green mit einer gekonnten Wendung am Ende die Zuhörer zu überraschen verstand. Die zauberhaften Gedichte Zeitkreis und Sternentraum stimmten schon auf das romantische Liebeslied „Caro mio ben“ ein, das eindrücklich von dem Sänger aus Ludwigshafen vorgetragen wurde. Der letzte Text „La Casa“ handelt von der Begegnung mit einem alten Haus in der Toskana und beschreibt ergreifend sowohl die Landschaft als auch die Liebe zu dieser verfallenen Villa.
Nach dem begeisterten Applaus des Publikums signierte Sandy Green noch gerne ihre Bücher.
 

 

 

 

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